Rastenberg Pfarrkirche

Der Altar der Pfarrkirche zu Rastenberg

Der Altar der Pfarrkirche zu Rastenberg

 

Vor mehr als eintausend Jahren kamen erstmals christliche Missionare nach Thüringen. So wenig, wie genau bekannt ist, wann Rastenberg gegründet wurde, so wenig weiß man auch, wann sich die ersten Menschen in diesem Ort zum christlichen Glauben bekannten. Kleine hölzerne Kirchlein (Kapellen) wurden von ihnen unter Anleitung der Mönche, als besondere

Pfarrer Gisbert Stecher

Pfarrer Gisbert Stecher

Orte für den Gottesdienst und das Gebet errichtet. Der „Kapellenberg“ am Ostrand Rastenbergs erinnert noch heute an diese ersten Gotteshäuser. Der christliche Glaube konnte sich bald durchsetzen und die Kirche wurde ein bedeutender Machtfaktor. Das wird auch daran deutlich, daß Rastenberg nachweislich im Jahre 1269 n. Chr. Zum Besitz der Bischöfe von Naumburg gehörte. Zu dieser Zeit gab es in diesem Ort bereits eine richtige Pfarrkirche, die auf dem Gelände des heutigen Friedhofs gestanden hat. Sie war einem der frühen Missionare Thüringens, dem Heiligen Kilian, geweiht. Außerdem war in Rastenberg, in der damaligen Zeit auch der Orden der Zisterzienserinnen vertreten. Die Nonnen lebten in einem Kloster, zu dem auch die Klosterkirche „Beatae Virginis Mariae“ (der seligen Jungfrau Maria) gehörte, die 1224 n. Chr. Das erste Mal erwähnt wurde. Infolge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst. Da die Pfarrkirche in dieser Zeit sehr baufällig war, wurde sie einfach aufgegeben und fortan die ehemalige Klosterkirche als Pfarrkirche der Stadt Rastenberg genutzt. Während des 30- jährigen Krieges (1618 bis 1648 n. Chr.) wurde auch Rastenberg mehrfach geplündert und verwüstet. Im Jahre 1636 wurde die Stadt eingeäschert. Im Jahre 1642 ereilte Rastenberg das gleiche Schicksal noch einmal. Und diesmal brannte auch die Kirche nieder. Erst 1657 n. Chr. konnte sie wieder aufgebaut werden. Als im Jahre 1824 n. Chr. Bei einem verheerenden Stadtbrand fast der gesamte obere Teil der Stadt Rastenberg ein Raub der Flammen wurde, brannte auch diese Kirche völlig ab. An ihrer Stelle wurden in den folgenden zwei ein halb Jahren nach –Entwürfen des Oberbaudirektors des damaligen Großherzogtums Sachsen- Weimar-Eisenach, Clemens Wenzeslaus Coudray, die jetzige große Saalkirche im Baustil des Klassizismus errichtet. Bemerkenswert sind die drei Bronzeglocken dieser Kirche. Sie wurden aus dem Material der beim Stadtbrand von 1824 zerstörten Glocken, in der berühmten Glockengießerei Ulrich in Apolda gegossen. Die große Leuteglocke wiegt etwa 1,45 Tonnen, die mittlere 700 und die kleine 400 Kilogramm. Der Dreiklang D-Fis-A gilt als eines der wohlklingendsten Geläute im „Weimarer Land“. Der Innenraum der ev. Kirche in Rastenberg ist sehr schlicht gehalten. Die Ausstattung beschränkt sich auf wenige, aber dennoch eindrückliche Elemente. Der Blick, des durch den Mittelgang eintretenden Besuchers, wird sofort nach vorn in den Altarraum gelenkt. Dort erhebt sich der klassizistische Kanzelaltar, der durch seine Sehr korrekte Gestaltung und Gliederung besticht. Die Kanzel befindet sich genau über dem Altar. Auf der linken Seite steht das Lesepult und rechts davon, der aus Sandstein gefertigte, zweiteilige, klassizistische Taufstein. Über Altar und Kanzel steht die einzige Statue der Kirche. Es ist eine Kopie des „Segnenden Christus“ des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen, die erst im Jahre 1900 auf dem Giebel des Kanzelaltars ihren Platz fand. Über dem Eingangsbereich, auf der ersten Empore entbietet sich das beeindruckende Prospekt der Orgel. Sie ist ein Meisterstück des Orgelbaumeisters Johann Friedrich Schulze aus Paulinzella und wurde 1826 erbaut. Sie besteht aus fünfundzwanzig Registern, verteilt auf zwei Manualen und einem Pedal. In der Mitte des dreigeteilten Prospektes ist das Wappen des Großherzogtums Sachsen- Weimar- Eisenach zu sehen. Die Initialen C,A auf der linken Seite, so wie L auf der rechten, weisen auf das damalige Herrscherpaar Carl August und Luise hin. Der helle und freundliche Eindruck des Gottesdienstraumes ist nicht zuletzt den zwölf Gauben geschuldet, durch die zusätzlich viel Licht in die Kirche gelangt. Seit über zwanzig Jahren bekleidet Gispert Stecher des Amt des Pfarrers in diesem historischen Gebäude.

Chronik der Kirche im November 2006

**********

Kantorin Carolin Bergann

Kantorin Carolin Bergann

Carolin Bergann ist die neue Kantorin für die Kirchspiele der evangelischen Gemeinden in Rastenberg und Buttstädt. Mit dazu gehören die Orte Roldisleben, Willerstedt, Rudersdorf, Oberreißen, Niedrreißen und Nirmsdorf. Der offizielle Einführungsgottesdienst der jungen Kantorin fand am vergangenen Sonntag in der evangelischen Kirche in Rastenberg statt.  Zuständig ist Carolin Bergann für den Posaunen- und Kirchenchor so wie das Orgelspiel. Die heute fünfundzwanzigjährige hat Kirchenmusik in Dresden studiert und füllte nach dem Abschluss des Studiums bereits eine erste Kantorenstellung im vogtländischen Rodewisch aus. Diese Stelle war wegen Kindeserziehungsurlaub der dortigen Kantorin für achtzehn Monate befristet und lief im Januar dieses Jahres aus. Kantorin Bergann stammt aus Milesdorf bei Schleiz und ist in ihrem neuen Amtsbereich bereits bekannt und tätig. Früher gab es zwei Kantorstellen für die Gemeinden Rastenberg und Buttstädt. Die Kantoren Horst Mey und Ralf Kleb bekleideten die Ämter. Im Zuge neuer Strukturveränderungen gab es dann nur noch ein und eine halbe Stelle bis Mai im August dieses Jahres in Pension ging und die Stelle neu ausgeschrieben wurde. Pfarrer Gisbert Stecher und seine Kollegin Pastorin Christa Maria Schaller hegen große Hoffnungen in die neue Kantorin und freuen sich, genau so wie die Chöre, über die Mitarbeit von Carolin Bergann.

Die junge Kantorin CarolinDie junge Kantorin Carolin Bergann Bergann

Biebelschlumpf im Oktober 2006