Eßleben

Die Kirche zu Eßleben

Die Kirche zu Eßleben

Der Ort Usenlebe wird im Jahr 1063 zum ersten mal urkundlich erwähnt. Auch damals mussten schon Steuern gezahlt werden. Den Zehnten bekam derzeit der Erzbischof von Mainz. Die Kirche in Essleben gibt es nachweißlich seit 1227. Den Nachweis dazu liefert den Königshof in Balgstedt. Unter Landgraf Albrecht dem Entarteten von Thüringen bewachte Ulrich von Balgstedt als Burgmann die Burg Bündorf bei Merseburg und erhielt die umliegende Dörfer als Lehn. Ulrichs Schwester, Kunigunde von Balgstedt, Wittwe des Dietrich von Gößnitz übertrug die Essleber Kirche auf dem Landgerichtssitz in Wickerstedt an das Nonnenkloster von Heusdorf im Jahr 1197 unter dem Namen Useleben. Ihr Bruder, Ulrich, verkaufte zur gleichen Zeit eine Hufe und fünfunddreißig Acker Essleber Wald an den Probst des Klosters von Heusdorf. Eine Hufe war früher die Maßeinheit für eine Fläche, die eine Familie bearbeiten konnte und betrug etwa zwanzig bis vierzig Morgen Land. Später wechselten die Besitzer Eßlebens noch oft. Von Buttstädt, August von Sachsen und Friedrich Wilhelm von Weimar waren zeitweilig die Besitzer. Später gehörte Essleben, dass zwischenzeitlich auch Usleyben hieß, zu Kursachsen und kam 1815 wieder nach Weimar. In einer Wezzerfahne der Kirche von 1700 gibt es eine Inschrift, die besagt, dass die Kirche 1266 von der Wittwe Dietrichs von Gosewitz und ihren Kindern, dem Kloster von Heusdorf übergeben wurde. Der innen 4,7m lange und 4,2m breite Chor, welcher den Turm trägt, hat eine flache Holzdecke, das durch einen rundböigen Triumpfbogen verbundene 12,3m lange und 7,6m breite Langhaus eine tonnenförmige Holzdecke. Im Langhaus sind Türen und Fenster rechteckig. Im oberen Teil des Chores ist auch ein Rundes Fenster. Der Turmoberbau ist achteckig mit geputztem Fachwerk, Schweifkuppel und Helm. Der Kanzelbau hinter dem Altar stammt aus dem achtzehnten Jahrhundert. Die aufsteigende Wand wird von vier ionischen Stützen getragen. Die inneren Säulen treten außen als Pilaster hervor und besitzen drei Flachbodenöffnungen. Auf ihrem Gebälk steigen aus Stein geschweifte Halbgiebel mit Urnen, als Aufsätze zum Mittelteil, des oberen Geschosses empor. Die besteht aus zwei korinthischen Pilastern, Zwischen welchen, die im Umriss getauchte Kanzel in fünf Seiten des Achtecks hervortritt. Des weiteren gibt es zwei Blumenvasen aus dem achtzehnten Jahrhundert mit Blumen in punktierter Gravierung und Köpfen an den Henkeln. Die Zinnglocken der Kirche sind mit einem lateinischen Schriftzug versehen, deren Inhalt der Übersetzung: „Lebende tröst ich, beklage die Toten, vertreibe das Übel“ bedeutet. Im vergangenen Jahr wurden die Turmstützen saniert und der Innenraum neu gemalert. Weitere Arbeiten stehen noch aus. Der Kirchenälteste und Kirchenratsmitglied, Peter Hollstein, hat gemeinsam mit anderen Kirchenmitgliedern erstaunliche Leistungen erbracht. Die Kirchen- und Baudenkmalstiftung(KIBA) so wie fast alle Familien der 190-Seelengemeinde haben bisher eine gute finanzielle Hilfe geleistet, ohne die der Kirchturm wohl nicht mehr hätte gerettet werden können. Für das Jahr 2007 ist nun noch eine neue Schiefereindeckung geplant. Gottesdienst findet hier aller vierzehn Tage statt.

DSC01713
Biebelschlumpf im Dezember 2006

Eine Antwort auf Eßleben

  1. Anonymous sagt:

    Gute Worte. Der Verfasser hat Mut. Die Seite ist sehr wertvoll. Viel Glück. Alles ist frisch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.